Die Wunderwand der Woche – Nr. 26

05.09.2010

Als Hommage an die schier endlose Kreativität derjenigen, die bei Youtube eine Akustik-Version des guten, alten Oasis-Songs Wonderwall hochgeladen haben, gibt es jeden Sonntag die Wunderwand der Woche.

Heute: Die durchaus hörbare Folkversion eines leider ziemlich kopflosen Interpreten.


Pervers

04.09.2010

Ich habe soeben eine ganze Packung Wicklein Lebkuchen verspeist. Anfang September!
Aber ich bin (fast) unschuldig. Eine liebe Freundin hat mir die Packung neulich aus Nürnberg mitgebracht, weil ich irgendwann einmal gesagt habe, Lebkuchen seien Ganzjahresfrüchte.

Jetzt gehe ich zum Mülleimer. Die Restbrösel in den Hausmüll, die Cellophan in den gelben Sack, die Kartonumverpackung in die grüne Tonne.

Die echten Wicklein: Mit mindesten 20 %  Nüssen und Kernen!


Days like this

31.08.2010

Am heutigen Geburtstag von Van Morrison, soll natürlich auch der Meister selbst zu Wort kommen.
Wie Moondance vor gut dreißig Jahren geklungen hat, ist hier zu sehen und zu hören. Van the Man live in Montreux – 1980.

Und hier ein Video, in äußerst cooler Schwarz-Weiß-Ästhetik, mit dem irischen Schriftsteller und Musiker Brian Kennedy als Backgroundsänger und der zauberhaften Candy Dulfer am Saxophon.
Der Song Days like this aus dem gleichnamigen Album wurde weiland zur Hymne der irischen Friedensbewegung erklärt.




Van the (old) Man

31.08.2010

Van Morrison wird heute 65 Jahre alt. Aus diesem Anlass darf ich diesem mürrischen, alten Mann, den ich nichstdestotrotz sehr verehre, einen der schönsten Songs, die er uns geschenkt hat, als Ständchen bringen. Moondance in einer Fassung aus dem November 2008 mit meiner ehemaligen Band MASH.

Moondance by MASH


Alles ist Golf

30.08.2010

Wegen des unsteten Wetters habe ich mir gestern lange überlegt, zum Golfplatz zu fahren, mich ob der bevorstehenden Clubmeisterschaft dann aber doch entschlossen, zumindest eine Halbrunde zu spielen.
Das Wetter wurde zwar nicht besser, eher schlechter, aber mit meinem Spiel war ich ganz zufrieden und der Ausflug hat sich alleine schon wegen des Anblicks dieses Fahrzeugs gelohnt.

Mit standesgemäßem Fahrzeug zum Golfplatz - Jaguar E-Type

Ganz in weiß und einsam stand die britische Langnase neben dem 16. Grün, so, als traute sich niemand daneben zu parken, wohl wissend, dass man neben einer solchen Perle automobiler Ingenieurskunst mit seinem Proll-Roadster, SUV oder Stufenheck-Langweiler – von meinem Opel Astra Kombi mal ganz abgesehen – nur verlieren kann.

Übrigens: Meine neueste Kolumne Shit happens ist seit gestern bei KOLUMNEN.DE nachzulesen. Sie ist der insgesamt vierte Teil einer losen Abfolge von Golfkolumnen. Wer Interesse hat – hier die LINKS zu allen bisherigen Texten aus der Reihe Alles ist Golf:

Teil 1 – Die kleine weiße Sau
Teil 2 – Swingerclub
Teil 3 – Join the Flight
Teil 4 – Shit happens

Ich könnte mir vorstellen, Teil 5 beschäftigt sich mit Parkplätzen von Golfclubs.


Die Wunderwand der Woche – Nr. 25

29.08.2010

Als Hommage an die schier endlose Kreativität derjenigen, die bei Youtube eine Akustik-Version des guten, alten Oasis-Songs Wonderwall hochgeladen haben, gibt es jeden Sonntag die Wunderwand der Woche.

Heute: Zum 25. Jubiläum gibt’s die Hammerversion von The Mike Flowers Pops. Haare föhnen und Fingerschnippen nicht vergessen!!!


Wohin mit so viel krimineller Energie

27.08.2010

Gestern beim Frühstück habe ich in der örtlichen Presse einen Bericht über einen Gastwirt gelesen, der zu einer Freiheitsstrafe von sechs (!) Jahren verurteilt wurde, weil er in einer alten Fabrikhalle auf einer 1000 Quadratmeter großen Fläche Cannabis angepflanzt hatte. Die drastische Strafe begründete die Staatsanwaltschaft aber nicht nur mit der verbotenen landwirtschaftlichen Tätigkeit, sondern wegen der Einbringung krimineller Energie. Wörtlich hieß es im Bericht:

Um die Kosten niedrig zu halten, brachte der „Gärtner“ mit dem grünen Daumen noch mehr kriminelle Energie ein: Den teuren Strom für die große Plantage zapfte der Gauner direkt an der Zuleitung ab, die N-Ergie soll auf diese Weise um 91.000 € geschädigt worden sein.

Also ich bin der Meinung, in einer Zeit in der sich Energieversorger zunehmend die Frage stellen, wohin mit der stetig steigenden Menge krimineller Energie, sollten sie froh sein, in dem Gastwirt, Gärtner und Gauner jemanden gefunden zu haben, der eine sinnvolle Verwendung dafür hat. Worin sonst, als in eine ordentliche Cannabis-Plantage sollte man kriminelle Energie im Wert von 91.000 € investieren?

Auf deutschem Boden darf nie wieder ein Joint ausgehen
Wolfgang Neuss

Der will nur spielen

26.08.2010

Die Firma, für die ich hauptsächlich arbeite, ist vor ein paar Monaten in neue, eigene Büroräume eingezogen. Alles sehr stylisch und lichtdurchflutet. Nur die Infrastruktur in dem nagelneuen Industrie- und Businesspark lässt noch etwas zu wünschen übrig – es gibt noch keinen Bäcker in halbwegs akzeptabler Spaziergangsnähe, wenngleich im Neubau nebenan, der soeben mit lautem Geschabe und Gekratze verputzt wird, in absehbarer Zeit einer einziehen soll.

Im Büro selbst allerdings lässt die Infrastruktur nichts zu wünschen übrig. Hochmodernes Computerzeugs, ergonomische Schreibtische, Stehpulte, feinste Möbel, eine Dusche, ein ausreichend großer und klimatisierter Besprechungsraum, ein repräsentativer Empfangsbereich, zwei schnuckelige Empfangsdamen und zwei ebensolche Chefs.

In der Küche allerdings steht gleich neben der Tür so ein Ding, ein, ja, wie soll ich mich ausdrücken, ein Mülleimer, ein Müllomat. Der hat so einen Bewegungssensor und öffnet sofort, wenn man die Küche betritt, mit einem Geräusch, das an den Türöffner im Raumschiff Enterprise erinnert, sein gieriges Müllmaul.

Gieriger Müllomat

Kunden, die uns besuchen und auf einen Schwatz oder einen Kaffee die Küche aufsuchen, erschrecken regelmäßig, wenn dieses Meisterwerk der Müllentsorgungstechnik nach ihnen schnappt.
Keine Angst, der will nur spielen, ist man versucht zu sagen und meistens hat man ja auch etwas für ihn – eine Zigarettenkippe, einen gebrauchten Teebeutel, ein altes Papiertaschentuch. Braaaver Eimer.
Nur tätscheln sollte man ihn nicht, dann will er sofort mehr.


Männer und Frauen besiedeln den Mars

25.08.2010

Der folgende Text ist schon etwas älter. Ahoi Polloi hat mich mit dieser Karikatur wieder an ihn erinnert.
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Mai 1998
Am Tag, als fest steht, dass Kaiserslautern – der Aufsteiger Kaiserslautern – deutscher Fußballmeister werden wird, erzählt mir ein wildfremder Mann mit polnischem Akzent auf dem Herrenklo, dass es sein größter Traum wäre, die Besiedlung des Planeten Mars noch miterleben zu dürfen.

Der Mann ist alt. Er berichtet mit schwerer Zunge von seinen Kindern, denen er allen ermöglicht hat, zu studieren. Er selbst habe ein hartes Leben als Bergmann unter Tage geführt und doch sei er wohl zufrieden mit allem, wie es bis heute gekommen ist. Der Mann ist betrunken. Schon vom späten Nachmittag an hat er zu jedem Bier, das er bestellte, einen Wodka getrunken. Er sagt, wenn man wie er alles erreicht habe – Kinder gezeugt, Haus gebaut, Baum gepflanzt – bliebe nicht mehr viel übrig, nur noch der beseelte Wunsch, miterleben zu dürfen, wie Männer und Frauen einen anderen Planeten besiedeln und eine neue Welt erschaffen.

Sein Haar klebt ihm in wilden Strähnen an der Stirn. Ich höre ihm noch eine Weile zu. Von draußen dringt die Musik der Showband herein. Die Hochzeitsfeier ist in vollem Gang. Der Mann verschwindet mit einer nachdenklichen Geste der Arme im Klo. Er ist der Onkel der Braut.

Britta und Max haben heute geheiratet.
Ironie des Schicksals: Carola und Helmut sind gerade dabei, sich zu trennen.
Das Wetter schlug Kapriolen an diesem Tag: Trüb und diesig der Vormittag. Nach der Kirche, wie auf Bestellung Sonnenschein und blauer Himmel. Am Nachmittag dann ein schweres Gewitter mit Regen, wie er schlimmer nicht sein kann. Keller mussten ausgepumpt werden. Straßen standen unter Wasser. Der Neffe des Bräutigams hatte seinen ersten Feuerwehreinsatz und wurde mit stolz geschwellter Brust von einem Löschzug wieder zur Hochzeitsfeier zurückgebracht.

Ich sitze neben Helmut. Dieser streckt seinen geschienten Arm von sich – augenscheinlich hat er Schmerzen. Zweite Ironie des Schicksals: Jetzt, da er bestimmt froh wäre, nicht allzu intensiven Kontakt mit Carola zu haben, ist er gezwungen, sich von ihr mit dem Auto durch die Gegend fahren zu lassen. Doch ich werde den Eindruck nicht los, dass sich seit dem unsäglichen Missgeschick mit dem Wagenheber das Verhältnis der beiden wieder gebessert hat.

Der Onkel der Braut ist auch an den Tisch zurückgekehrt. Umständlich setzt er sich auf seinen Platz. Er prostet der Liebsten zu, die sich das eine ums andere Mal hat überreden lassen, einen Wodka mitzutrinken. Seine Augen glänzen vor Freude und vom Alkohol.

Im Laufe des Abends verwandeln sich Fotografien in Personen. Herbert, Kurt, Frank, die Eltern und Geschwister von Britta und Max. Alle hat man irgendwann schon einmal abgelichtet gesehen. Doch jetzt fangen die Fotos an zu sprechen und bekommen einen eigenen Charakter. Es ist wie Zauberei.

Die Band spielt tatsächlich Sierra Martre. Großes Hallo, weil Helmut dies vorher angekündigt hatte.
Dann die Aufforderung der Band, alle Männer mögen nach vorne kommen, ein Lied singen. Danach ein Gegenlied aller anwesenden Frauen. Dann beide Gruppen gleichzeitig.
Schließlich werden in einer schneckenförmig gegenläufigen Polonaise – außen die Damen, innen die Herren – die Toten Hosen bemüht. Eisgekühlter Pommerlunder mit Kniechen, Näschen, Brüstchen … die Stimmung steigt.

Mir fällt der gestrige Tag ein. Eröffnung der Ruhrfestspiele mit Wiesenfest im Stadtpark von Recklinghausen. Unendlich viele Menschen und eine merkwürdige Stimmung, ob dem Beziehungsstress, der bevorstehenden Hochzeit, dem undefinierten Wetter, der drohenden Platzangst.

Ich bekämpfte eine schon den ganzen Vormittag währende Übelkeit mit Bier. Das gelang tatsächlich. Ohne viel gegessen zu haben, schlug das Bier wunderbar an und hob mich eine Stufe höher. Was allerdings blieb, war der nervenaufreibende Kampf mit der Nikotinsucht. Seit drei Tagen keine Zigarette und alle im Stadtpark um mich herum steckten sich eine nach der anderen an.

Ein paar Schnappschüsse mit der Digitalkamera:
Max von der beginnenden Dämmerung blau eingefärbt wie ein Vampir; Britta mit Siegeslächeln; die Liebste und ich als altes Ehepaar.
Helmut sitzt unfotografiert, an einem Baum lehnend, mit seiner früheren Freundin Ursel im Gras.
Bei Carola steht ein Fremder, über den Vermutungen angestellt  werden …

Das Motto der Festspiele in diesem Jahr:
Was kommen kann, weiß keiner!


Wer wird Millionär(in)

24.08.2010